29.11.2016

"Beteiligung 4,0" - jetzt ändert sich was

Mit dem glüXtest hat der Landesjugendring Niedersachsen e.V. nun bereits zum dritten Mal die Zufriedenheit junger Menschen in Niedersachsen gemessen. Augenscheinlichstes Ergebnis dabei ist, dass sich junge Menschen heute wie vor 10 Jahren weder durch Politik ernst genommen fühlen noch das Gefühl haben, an Entscheidungsprozessen, die sie betreffen, beteiligt zu werden.
Aus diesem Grund hat der Landesjugendring Niedersachsen alle Akteure der kommunalen (Jugend)Politik zu einem gemeinsamen Fachtag „Beteiligung 4,0“ eingeladen. Ziel des Fachtags war es, der Frage auf den Grund zu gehen, wieso Beteiligungsmöglichkeiten aus der Perspektive junger Menschen unzureichend sind und was die politischen und jugendarbeiterischen Akteur-inn-e-n auf kommunaler Ebene unternehmen können, um junge Menschen ernsthaft zu beteiligen.
Dr. Jörg Tremmel, Politikwissenschaftler und Experte für generationengerechte Politik an der Universität Tübingen, zeigte in seinem Vortrag die Chancen von Beteiligung junger Menschen auf kommunaler Ebene auf. „Ein wichtiger Baustein für mehr institutionelle Beteiligung ist die Absenkung des aktiven Wahlalters auf 16 Jahre.“, so Tremmel.
In drei Projektwerkstätten entwickelten mehr als 60 Teilnehmende des Fachtags anschließend konkrete Szenarien zur Verbesserung der Jugendbeteiligung in ihren Gemeinden. Deutlich wurde dabei, dass Jugendverbände und Jugendringe wichtige Akteure sind, da sie als selbstorganisierte Zusammenschlüsse von jungen Menschen ihre Interessen am authentischsten und demokratisch legitimiert vertreten können.
Katrin Wilzius, Schatzmeisterin des Landesjugendrings, formulierte dazu abschließend: „Der heutige Tag hat gezeigt, wie wichtig die Beteiligung junger Menschen ist. Kinder und Jugendliche sind Expertinnen und Experten in eigener Sache: Niemand kennt ihre Bedürfnisse besser, niemand weiß besser, wie Städte kinder- und jugendfreundlicher gestaltet werden können. Ich bin froh, dass wir heute so viele erfolgversprechende Strategien für mehr Beteiligung junger Menschen entwickeln konnten, und freue mich, von der praktischen Umsetzung zu hören.“