Politik: Kein kalter Kaffee!

Das Politik kein „kalter Kaffee“ ist – das stellte der FDP-Spitzenkandidat Philipp Rösler beim vierten und letzten neXTmeeting mit den Spitzenkandidat-inn-en vor der Landtagswahl unter Beweis.

Als bekennender Kaffee-Fan hatte er die Jugendlichen in die Kaffeebar vom Küchencenter Staude eingeladen und so drehte sich zunächst auch alles um die braune Bohne und deren Zubereitung: Der Barista Reiner Pröhl gab eine kurze Einführung in die Kaffee-Wissenschaft und verriet ein paar Tricks, die man bei der Zubereitung der verschiedenen Kaffeespezialitäten beachten sollte. Unter anderem den, dass es beim Aufschäumen der Milch für eine Latte Macchiato vor allem auf die richtige Temperatur und den Eiweiß-Gehalt der Milch ankommt. Das probierte dann auch der Spitzenkandidat gleich selber aus, drehte auf und gab viel heiße Luft von sich. Oder besser: Aus der Kaffeemaschine in die Milch.

Denn im anschließenden Gespräch mit den Jungwähler-inne-n wäre Philipp Rösler mit heißer Luft nicht weit gekommen. Die Jugendlichen, die bei diesem neXTmeeting alle aus der Jungen Presse Niedersachsen stammten, stellten ihr journalistisches Können unter Beweis und diskutierten mit dem Spitzenkandidaten knapp 90 Minuten.

Im Mittelpunkt standen dabei Fragen der Bildungspolitik. Die Verkürzung der Schuldauer bis zum Abitur auf 12 Jahre hält er für wichtig, damit deutsche Schul- und Studiumsabsolvent-inn-en im internationalen Vergleich ein ähnliches Berufseinstiegsalter haben wie ihre Mitbewerber-innen; er stimmte den Jugendredakteur-inn-en allerdings zu, dass es dann auch eine Reduzierung der Lerninhalte geben müsse, da die Arbeitsbelastung für viele Schüler-innen zurzeit zu hoch sein. Dabei kommt es nach seiner Meinung vor allem darauf an, zukünftig weniger Wissen zu vermitteln und einen Schwerpunkt darauf zu legen die Wissensaneignung in den Mittelpunkt zu stellen. Damit Jugendliche trotz Ganztagsschule und Nachmittagsunterricht auch noch Zeit für die Angebote der Jugendverbände und/oder ehrenamtliches Engagement haben, forderte Rösler, die schulischen Angebote auf drei Nachmittage pro Woche zu beschränken und dies an allen Schulen in einer Region einheitlich zu regeln. Heiß diskutiert wurde auch über die Vor- und Nachteile verschiedener Schulmodelle (Dreigliedriges Schulsystem/Gesamtschule).

Bei der Hochschulpolitik verteidigte Rösler, ähnlich wie auch bereits der CDU-Spitzenkandidat Christian Wulff bei dessen neXTmeeting, die Einführung von Studienbeiträgen – auch wenn er sich gewünscht hätte, dass die Universitäten selber über deren Höhe dürften.

Besonders Anliegen der Jungwähler-innen war auch die Stärkung der Medienkompetenz von Jugendlichen und die Frage, ob der FDP-Spitzenkandidat dafür sei, neue Programme aufzulegen, um Jugendliche, Lehrer-innen und andere Pädagog-inn-en aufzulegen. Hier verwies Rösler auf die laufenden Projekte, wie z.B. die Stärkung der Medienkompetenz von Eltern. Daneben wünschte er sich ein stärkeres Engagement der Wirtschaft, um Schulen mit entsprechender Hardware ausstatten zu können.

Mit seinem neXTtat-Versprechen sicherte Philipp Rösler zu, dass er sich dafür einsetzen werde, dass „Bildungspolitik Freiheitsthema Nr. 1 bleibt“ und dass die Medienbildung an den Schulen eine Rolle spielen müsse – was sich genau hinter diesem Versprechen verbirgt, blieb allerding unklar.

Die Jungwähler-innen waren von der Veranstaltung und der Diskussion mit dem FDP-Spitzenkandidat begeistert – sie konnten ihre Themen mit Rösler in Kaffeehaus-Atmosphäre diskutieren. Ein Thema allerdings kam leider nicht zur Sprache: Die Jugendpolitik in Niedersachsen.

Und so endete die Reihe der neXTmeetings mit der Erkenntnis, dass es einen Unterschied zwischen „schaumschlagen“ und Milchaufschäumen gibt und dass Politik für Jugendliche kein kalter Kaffee ist, wenn sie selber mitdiskutieren können und ernstgenommen werden.