Das sind die 152 Abgeordneten

Vor der Landtagswahl haben wir alle Kandidat-inn-en gebeten, unsere Fragen zu den Themenfeldern "Bildung", "Jugendarbeit" und "soziale Gerechtigkeit" zu beantworten. Die Positionen der gewählten Abgeordneten könnt ihr hier nachlesen und per E-Mail in Kontakt zu ihnen treten!


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 Uwe Schwarz
(SPD-MdL)

Hoher Weg 14
37581 Bad Gandersheim

Wahlkreis
19 - Einbeck

Telefon
05382/2118

Fax
05382/6764

Website
www.spd-uwe-schwarz.de

Telefon (geschäftlich)
05551/3667

Fax (geschäftlich)

Beruf



Meine Positionen

Bedeutung der Jugendarbeit

Welche Rolle und Bedeutung schreiben Sie der Jugendarbeit in den kommenden Jahren zu? Wo sehen Sie besondere Herausforderungen für die Jugendarbeit?

Jugendarbeit ist in Niedersachsen seit dem Regierungswechsel 2003 zum Stiefkind geworden. Insbesondere die Abschaffung des Landesjugendhilfeausschusses – provokant ausgerechnet im „Jahr der Jugend 2006“ durchgeboxt – war das falsche Signal und erhöht schon heute spürbar den Druck auf die kommunalen Jugendhilfeausschüsse. Jugendarbeit kann nur erfolgreich sein, wenn sie nachhaltig, in der Fläche vernetzt und rechtlich abgesichert ist. Das Land muss endlich wieder seine landespolitische Verantwortung wahrnehmen und für gleichwertige Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen sorgen. Bislang fehlt ein Konzept für die Jugendpolitik, das von der Einheitlichkeit der Jugendhilfe ausgeht und insbesondere die Rechte, Chancengleichheit, Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen sichert, stärkt und die Integration von Benachteiligten einbezieht. Die Bedeutung der Jugendarbeit wird insofern in den nächsten Jahren weiter wachsen, weil sie einen wichtigen Beitrag leisten kann gegen das immer deutlichere Auseinanderdriften der Lebenschancen und Entwicklungsperspektiven junger Menschen.

Anerkennung Ehrenamt

Wie wollen Sie das Ehrenamt in der Jugendarbeit zukünftig besonders anerkennen?

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Berührungspunkte

Welche Erfahrungen haben Sie persönlich in der Jugendarbeit (z.B. als Teilnehmer-in oder Jugendleiter-in)?

Ich habe als Jugendlicher in der katholischen Jugendarbeit mitgearbeitet und seit meinem 16. Lebensjahr in der politischen Jugend (Jusos) der SPD. Dort hatte ich viele Funktionen auf Kreis-, Bezirks- und Bundesebene.

Herausforderungen für das Bildungssystem

Wo sehen Sie die zentralen Herausforderungen für das niedersächsische Bildungssystem?

Das gegliederte Schulwesen ist nicht durchlässig genug, um allen Kindern die Chance auf den Erwerb eines ihrer Entwicklungspotentiale gemäßen Schulabschlusses zu garantieren. Es ist nicht mehr zeitgemäß.
Eine weitere große Herausforderung ist gegenwärtig die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen. Zu viele junge Menschen können im Beruf nicht Tritt fassen, weil Ausbildungsstellen fehlen und der Besuch der Berufsschule ihnen keine berufliche Qualifikation im Sinne einer Berufsausbildung ermöglicht. Die SPD wird daher eine Initiative für ein Recht auf Ausbildung starten.
Alle Studierenden in Niedersachsen müssen gegenwärtig Studiengebühren zahlen. Die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger geht in Niedersachsen zurück und das, obwohl demografiebedingt immer mehr junge Menschen die Schulen verlassen. Die Entscheidung für ein Studium darf aber nicht von der sozialen Herkunft abhängen. Daher müssen Studiengebühren für das Erststudium wieder abgeschafft werden!

konkretes Ziel

Welches konkrete bildungspolitische Ziel möchten Sie als Landtagsabgeordnete-r als erstes angehen und wie wollen Sie dieses Ziel erreichen?

Es gibt noch viel zu tun, damit alle unsere Kinder in der Schule optimale Lernbedingungen erhalten. Schon für die frühkindliche Bildung werden wir ein beitragsfreies Kindergartenjahr einführen und schrittweise auf alle drei Jahre ausweiten.
Ich werde nach den Landtagswahlen 2008 weiter dafür kämpfen, dass es an allen Schulen eine Unterrichtsversorgung von 100 Prozent gibt, und dass mehr Stunden für gute Fördermaßnahmen zur Verfügung stehen. Zusätzlich muss in Klassen mit Kindern, die einen hohen Förderbedarf benötigen, die Klassenstärke verkleinert werden. Auch Sprachförderung und Hausaufgabenhilfe sind für viele Kinder besonders wichtig und bedürfen weiterer Fördermaßnahmen.
Als weiteres zentrales Vorhaben wird die SPD die Lernmittelfreiheit wieder einführen und dafür 20 Mio. € in den Haushalt einstellen. Das gegliederte Schulsystem à la CDU wird von den Eltern abgewählt. Immer weniger Eltern schicken ihre Kinder auf eine Hauptschule und vermehrt auf das Gymnasium. Die SPD wird überall dort, wo Eltern dies wollen, „Gemeinsame Schulen“ einrichten, in denen alle Kinder bis zur 10. Klasse gemeinsam unterrichtet werden.

Ganztagsschule

Welche konkreten Schwierigkeiten sehen Sie zurzeit bei der Kooperation von (Ganztags)Schulen mit Jugendverbänden? Wie wollen Sie hier Abhilfe schaffen?

Die Zusammenarbeit von Kindergärten und Grundschulen sowie die Förderbedingungen in den Kitas müssen verbessert werden. Als weiteren Schritt werden 50 Familienzentren eingerichtet, die Familien begleiten, unterstützen und Dienste vernetzen sollen. Dadurch sollte auch die Kooperation der Schulen und Jugendverbände gestärkt werden.

Schritte gegen Kinderarmut

Welche konkreten Schritte gegen Kinderarmut in Niedersachsen wollen Sie daher als erstes in Angriff nehmen?

Einen ersten Schritt, um gegen die Kinderarmut in Niedersachsen anzukämpfen, sehe ich in der Einrichtung eines Sozialfonds. Aus diesem Fonds sollen Schulen unbürokratisch für Arbeitshefte, Schulmaterialien und die Teilnahme am Schulessen Finanzmittel abrufen können. Auch die Schülerbeförderung muss so bis zum Ende des Bildungsganges finanziert werden.
Des Weiteren muss ein Perspektivwechsel hin zu einem kinder- und jugendbezogenen Hilfe- und Schutznetz erfolgen. Ich habe für die SPD unser Programm „Kinder schützen – Kinder fördern“ entworfen und dabei folgende zentralen Punkte in den Vordergrund gestellt: Aufsuchende flächendeckende Kinder- und Familienhilfe durch Sozialarbeiter/innen, Kinderkrankenschwestern, Familienhebammen. Koordinierungsstellen dafür sind Familienzentren, die in der Trägerschaft der Kommunen liegen sollen. Die Ausweitung flächendeckender ärztlicher Vorsorgeuntersuchungen. Der Aufbau eines Kindernotrufs, der rund um die Uhr mit einer kurzen und leicht zu merkenden Rufnummer versehen ist und die Aufnahme von Kinderrechten in die Niedersächsische Landesverfassung gehören ebenfalls dazu.

Besondere Förderung

Bei welcher Gruppe von „jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf” halten Sie eine stärkere Förderung für besonders notwendig? Wie sollte diese aussehen?

Mit der Gemeinsamen Schule soll eine sozial gerechte und gleichzeitig leistungsfähige Schule Wirklichkeit werden. In der Gemeinsamen Schule werden Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder mit Behinderungen integrativ unterrichtet wie in der Grundschule - und zwar in Kooperationsgruppen oder in angegliederten Förderschulen. In der Gemeinsamen Schule kann jedes Kind in seinem eigenen Tempo lernen und bekommt die notwendige individuelle Förderung.