Das sind die 152 Abgeordneten

Vor der Landtagswahl haben wir alle Kandidat-inn-en gebeten, unsere Fragen zu den Themenfeldern "Bildung", "Jugendarbeit" und "soziale Gerechtigkeit" zu beantworten. Die Positionen der gewählten Abgeordneten könnt ihr hier nachlesen und per E-Mail in Kontakt zu ihnen treten!


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 Frauke Heiligenstadt
(SPD-MdL)

Judenstraße 13
37191 Katlenburg-Lindau

Wahlkreis
18 - Northeim

Telefon
05551/65877

Fax
05551/913761

Website
www.frauke-heiligenstadt.de

Telefon (geschäftlich)

Fax (geschäftlich)

Beruf
Dipl. Verwaltungswirtin



Meine Positionen

Bedeutung der Jugendarbeit

Welche Rolle und Bedeutung schreiben Sie der Jugendarbeit in den kommenden Jahren zu? Wo sehen Sie besondere Herausforderungen für die Jugendarbeit?

Nachdem die derzeitige CDU/FDP Landesregierung die Jugendarbeit durch drastische Mittelkürzungen und auch durch Auflösung des Landesjugendamtes nahzu hat brach fallen lassen, müssen wir die Jugendarbeit wenigstens erst einmal wieder in einen arbeitsfähigen Stand versetzen und wesentlich besser ausstatten. Dabei hat die Jugendarbeit auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine hohe Bedeutung, weil wir es uns nicht leisten können, auch nur einen einzigen Jugendlichen zu verlieren. Prävention ist da eine ganz wichtige Aufgabe, aber auch zukünftig mehr intergeneratives Arbeiten sowie mehr Aktionen für eine bessere Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sind zukünftige Herausforderungen. Jugendarbeit bekommt da einen immer höheren Stellenwert, weil auch viele Jugendliche allein (ohne Geschwister) aufwachsen.

Anerkennung Ehrenamt

Wie wollen Sie das Ehrenamt in der Jugendarbeit zukünftig besonders anerkennen?

Zum Beispiel durch die bessere Anerkennung der Juleika und Rabatte für InhaberInnen der Juleika. Die könnten z.B. in Schwimmbädern, im Kino oder bei anderen Veranstaltungen ermäßigten Eintritt bekommen.
Außerdem sollten ehrenamtliche Tätigkeiten bei Bewerbungen besonders positive berücksichtigt werden und nicht als Nachteil gewertet werden. Hier sind insbesondere die Unternehmen noch gesondert gefordert.

Berührungspunkte

Welche Erfahrungen haben Sie persönlich in der Jugendarbeit (z.B. als Teilnehmer-in oder Jugendleiter-in)?

Ich bin vom Kinderturnen an über Handball, Tennis und Jazztanzen immer sportlich aktiv gewesen und habe daher in diesem Bereich Jugendarbeit kennengelernt. Zeitweise habe ich auch eine Jazztanzgruppe mit geleitet und weiß, was es bedeutet, Freizeit ehrenamtlich einzusetzen.
In der SPD machen wir zur Zeit ein Projekt, das sich "10unter20" nennt. Hierbei begleiten uns ca. 6 Monate lang 10 Jugendliche unter 20 Jahren und lernen politische Arbeit kennen, ohne in einer Partei Mitglied zu sein.

Herausforderungen für das Bildungssystem

Wo sehen Sie die zentralen Herausforderungen für das niedersächsische Bildungssystem?

Zentrale Herausforderung ist, keinen einzigen Jugendlichen ohne Bildungsabschluss aus der Schule zu lassen und dabei die große Abhängigkeit des Bildungsabschlusses vom Geldbeutel der Eltern zu durchbrechen.
Das geht nach meiner Meinung nur, wenn man möglichst lange eine gemeinsame Schule hat, die nicht bereits mit 10jährigen eine Aufteilung in unterschiedliche Leistungsklassen vornimmt.
Außerdem muss Bildung auch die Persönlichkeitsentwicklung jedes einzelnen unterstützen. Dazu gehört auch, dass nicht nur Fachwissen vermittelt wird, sondern auch Werte wie Toleranz, Solidarität und Achtung vor den anderen vermittelt werden.

konkretes Ziel

Welches konkrete bildungspolitische Ziel möchten Sie als Landtagsabgeordnete-r als erstes angehen und wie wollen Sie dieses Ziel erreichen?

Den Bildungserfolg nicht mehr vom Einkommen der Eltern abhängig machen. Das geht nur durch individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers und eine möglichst lange gemeinsame Schulzeit ohne Aussortieren und möglichst ohne Sitzenbleiben und "Abschulen".
Außerdem brauchen wir wieder kleinere Klassen.

Ganztagsschule

Welche konkreten Schwierigkeiten sehen Sie zurzeit bei der Kooperation von (Ganztags)Schulen mit Jugendverbänden? Wie wollen Sie hier Abhilfe schaffen?

Die Schulen müssten sich noch mehr öffnen für die Zusammenarbeit. Außerdem ist die derzeitige in Niedersachsen vorhandene Variante der Ganztagsschule "light" meiner Meinung nach nicht geeignet, tatsächlich vernünftigen Ganztagsunterricht zu machen.
Es darf ohnehin der notwendige Unterricht nicht durch Ausnutzen des ehrenamtlichen Engagements ersetzt werden.

Schritte gegen Kinderarmut

Welche konkreten Schritte gegen Kinderarmut in Niedersachsen wollen Sie daher als erstes in Angriff nehmen?

Die SPD wird ein Programm "Kinder fördern - Kinder schützen" auflegen, das umfangreiche Maßnahmen für eine bessere Bekämpfung der Kinderarmut enthält.
Dazu gehört z.B. die Wiedereinführung der Lernmittelfreiheit, kostenlose Schülerbeförderung auch für Hartz-IV-Empfänger in der Sekundarstufe 2, ein Sozialfonds des Landes, damit das Schulessen trotz geringen Einkommens der Eltern wahrgenommen werden kann. Und nicht zuletzt die Abschaffung der Studiengebühren.

Besondere Förderung

Bei welcher Gruppe von „jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf” halten Sie eine stärkere Förderung für besonders notwendig? Wie sollte diese aussehen?

Bei SchulabrecherInnen und bei SchülerInnen mit Migrationshintergrund.
Für SchulabrecherInnen sollten gezielte Förderprogramme entwicklet werden, damit eine Integration den Ausbildungsmarkt besser gelingen kann. Bei MigrantInnen sollte Integration in der ganzen Gesellschaft besser gelebt werden. Das ist eine Aufgabe die nicht nur die Politik entwas angeht, sondern uns alle.
Insgesamt brauchen wir wieder bessere Perspektiven für alle Jugendlichen und dazu soll auch ein "Recht auf Ausbildung", das die SPD einführen will, beitragen. Jeder/Jede Jugendliche muss die Chance auf einen Ausbildungsplatz haben. Falls das nicht im Betrieb klappt, müssen wir auch über vollschulische Ausbildung mit Kammerabschluss für eng abgestimmte Bereiche diskutieren.