Das sind die 152 Abgeordneten

Vor der Landtagswahl haben wir alle Kandidat-inn-en gebeten, unsere Fragen zu den Themenfeldern "Bildung", "Jugendarbeit" und "soziale Gerechtigkeit" zu beantworten. Die Positionen der gewählten Abgeordneten könnt ihr hier nachlesen und per E-Mail in Kontakt zu ihnen treten!


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 Stefan Klein
(SPD-MdL)

Fredener Str. 18
38228 Salzgitter

Wahlkreis
11 - Salzgitter

Telefon
05341 / 852668

Fax
05341 / 1889473

Website
www.stefanklein-mdl.de

Telefon (geschäftlich)

Fax (geschäftlich)

Beruf



Meine Positionen

Bedeutung der Jugendarbeit

Welche Rolle und Bedeutung schreiben Sie der Jugendarbeit in den kommenden Jahren zu? Wo sehen Sie besondere Herausforderungen für die Jugendarbeit?

Die Rolle und Bedeutung der Jugendarbeit ist hoch, weil es hier um präventive Maßnahmen handelt, die künftige Ausgaben verringert. Der finanzielle Effekt ist leider schwer zu messen, aber für mich so nachhaltig, dass eine Finanzierung in Jugendarbeit dringend verbessert werden muss. Kürzungen bei Freizeit- und Erholungsmaßnahmen, bei geschlechterspezifischer Jugendarbeit aber auch beim Ersatz von Verdienstausfall waren falsche Entscheidungen und sind mittelfristig wieder zurückzunehmen. Es wird immer gerne der Einsatz von Ehrenamtlichen, gerade in der Jugendarbeit, hervorgehoben. Das mit Kürzungen zu konterkarieren, halte ich für einen Fehler.

Anerkennung Ehrenamt

Wie wollen Sie das Ehrenamt in der Jugendarbeit zukünftig besonders anerkennen?

Ich bin für eine bessere Verknüpfung von Land und Kommune bei der Würdigung des ehrenamtlichen Engagements. Die Kommunen sollten die Ehrenamtscard mit Angeboten vor Ort noch verbessern. In Salzgitter vergeben wir beispielsweise den Salzgitter-Brief für besonderes Engagement, der unter anderem bei Bewerbungen die Chancen verbessern soll.

Berührungspunkte

Welche Erfahrungen haben Sie persönlich in der Jugendarbeit (z.B. als Teilnehmer-in oder Jugendleiter-in)?

Ich war im Vorstand des Stadtjugendrings Salzgitter, habe zwei Jahre eine Jugendzeitschrift in Salzgitter herausgegeben und mit Schulen und Verbänden zusammengearbeitet. Zudem war ich in den letzten vier Jahren bei ver.di als Gewerkschaftssekretär für Auszubildende und Jugend- und Auszubildendenvertretungen tätig. In Salzgitter bin ich auch jugendpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Als Betreuer habe ich diverse Jugendfreizeiten begleitet.

Herausforderungen für das Bildungssystem

Wo sehen Sie die zentralen Herausforderungen für das niedersächsische Bildungssystem?

Wir müssen es schaffen, dass der Zusammenhang zwischen Herkunft und schulischer und beruflicher Laufbahn aufgebrochen wird. Dazu müssen wir frühzeitig kostenfreie Betreuungsmöglichkeiten für alle Kinder anbieten, in Grundschulen aber auch in weiterführenden Schulen Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderungsbedarf verstärkt unterstützen und allen Ausbildungsplatzbewerbern ein ausreichendes Angebot zur Verfügung stellen, um ihnen Chancen und Perspektiven zu geben.

konkretes Ziel

Welches konkrete bildungspolitische Ziel möchten Sie als Landtagsabgeordnete-r als erstes angehen und wie wollen Sie dieses Ziel erreichen?

In Salzgitter gibt es keine Gesamtschule. Wir kämpfen gerade vor Ort für die Errichtung. Im Land muss daher das Errichtungsverbot für neue Gesamtschulen fallen.
Dann sehe ich dringenden Handlungsbedarf bei der Unterrichtsversorgung (bessere Versorgung), den Klassengrößen (kleinere Klassen) sowie bei Sprachförderung und Kostenfreiheit in Kindertagesstätten.

Ganztagsschule

Welche konkreten Schwierigkeiten sehen Sie zurzeit bei der Kooperation von (Ganztags)Schulen mit Jugendverbänden? Wie wollen Sie hier Abhilfe schaffen?

Als Schwierigkeit sehe ich vor allem die fehlende Kommunikation zwischen Verbänden und Schulen. Hier muss gegenseitig Vertrauen únd Akzeptanz aufgebaut werden. Von Kooperationen bei Ganztagsschulen profitieren meiner Ansicht nach beide Seiten. Die Schulen bekommen qualifizierte und hochwertige Unterstützung, die Verbände können sich präsentieren und Interessierte für sich gewinnen. Allerdings muss ein preisgünstiges Ausnutzen der Ehrenamtlichen verhindert werden.

Schritte gegen Kinderarmut

Welche konkreten Schritte gegen Kinderarmut in Niedersachsen wollen Sie daher als erstes in Angriff nehmen?

Hier sehe ich verschiedene Ansätze. Einsetzen werde ich mich für einen gesetzlichen Mindestlohn, um den Menschen zu ermöglichen, von ihrem Vollzeitjob angemessen leben zu können. Davon profitieren dann auch die Kinder, denn finanzielle Probleme der Eltern sind oft die entscheidende Ursache für Kinderarmut.
Ich halte aber auch Maßnahmen des Landes für notwendig. Dazu zählt die Wiedereinführung der Lernmittelfreiheit, die Schaffung eines Fonds des Landes, um Mittagessen und Schulmaterial mitzufinanzieren und die Abschaffung von Studiengebühren.

Besondere Förderung

Bei welcher Gruppe von „jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf” halten Sie eine stärkere Förderung für besonders notwendig? Wie sollte diese aussehen?

Dazu gehören für mich auf jeden Fall junge Menschen mit Behinderung, Lernschwache und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Eine Beschulung in kleineren Klassen mit besserer individueller Förderung hilft vor allem diesen Personengruppen. Das bietet unser Modell der Gemeinsamen Schule in besonderer Weise.