Meine Positionen
Bedeutung der Jugendarbeit
Welche Rolle und Bedeutung schreiben Sie der Jugendarbeit in den kommenden Jahren zu? Wo sehen Sie besondere Herausforderungen für die Jugendarbeit?
Jugendarbeit vermittelt Werte, stärkt die Eigenverantwortung junger Menschen und fördert gemeinschaftliches Handeln. Sie ist nicht „Reparaturbetrieb“ gesellschaftlicher Probleme, sondern wesentliches Element der Prävention vor Ausgrenzung, Gewalt und Suchtverhalten. Eine besondere Herausforderung liegt im demographischen Wandel. Einerseits nimmt die absolute und relative Zahl der Jugendlichen und damit der möglichen Mitglieder von Jugendverbänden ab, andererseits steigt der Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die von der herkömmlichen Jugendverbandsarbeit nicht so stark angesprochen werden. Daher sind neue Formen der Jugendarbeit zu entwickeln.
Anerkennung Ehrenamt
Wie wollen Sie das Ehrenamt in der Jugendarbeit zukünftig besonders anerkennen?
Die Einführung der Ehrenamts-Karte, die mit Vergünstigungen in öffentlichen Einrichtungen verbunden ist und die Förderung des Ehrenamtes und Vermittlung von Tätigkeiten durch Engagement-Lotsen (ELFEN), deren Qualifizierung durch das Land gefördert wird, waren erste Schritt. Ich könnte mir auch eine besondere Würdigung von ehrenamtlichem Engagement bei der Personalauswahl im öffentlichen Dienst vorstellen oder Berücksichtigung als Bonus z. B. bei der Studienplatzvergabe.
Berührungspunkte
Welche Erfahrungen haben Sie persönlich in der Jugendarbeit (z.B. als Teilnehmer-in oder Jugendleiter-in)?
In der letzten Legislaturperiode haben wir in dieser Hinsicht schon viel erreicht: Kindergärten in die Verantwortung des Kultusministeriums gelegt, Sprachtests im Vorschulalter eingeführt, Orientierungsplan für Kindergärten, beitragsfreies Kindergartenjahr; aber auch viele Schulen zu Ganztagsschulen ausgestaltet, besonders an Hauptschulen, wo der Förderbedarf relativ hoch ist.
Besonderes Augenmerkt sollte aus meiner Sicht auf folgenden Punkten liegen:
1. Herstellung von Chancengerechtigkeit: unabhängig von seiner sozialen Herkunft muss jeder Mensch die Chance auf die beste Bildung erhalten. Nicht nur die PISA-Studie zeigt, das sich Deutschland in diesem Punkt besonders anstrengen muss.
2. Die Grundlagen für eine gute Bildung werden bereits in den frühesten Kindheitsjahren gelegt, deshalb muss unser besonderes Augenmerk darauf liegen, frühkindliche Bildung und Förderung möglichst allen Kindern zur Verfügung zu stellen, damit nicht schon hier die ersten Kinder zurückbleiben.
Herausforderungen für das Bildungssystem
Wo sehen Sie die zentralen Herausforderungen für das niedersächsische Bildungssystem?
In der letzten Legislaturperiode haben wir in dieser Hinsicht schon viel erreicht: Kindergärten in die Verantwortung des Kultusministeriums gelegt, Sprachtests im Vorschulalter eingeführt, Orientierungsplan für Kindergärten, beitragsfreies Kindergartenjahr; aber auch viele Schulen zu Ganztagsschulen ausgestaltet, besonders an Hauptschulen, wo der Förderbedarf relativ hoch ist.
Besonderes Augenmerkt sollte aus meiner Sicht auf folgenden Punkten liegen:
1. Herstellung von Chancengerechtigkeit: unabhängig von seiner sozialen Herkunft muss jeder Mensch die Chance auf die beste Bildung erhalten. Nicht nur die PISA-Studie zeigt, das sich Deutschland in diesem Punkt besonders anstrengen muss.
2. Die Grundlagen für eine gute Bildung werden bereits in den frühesten Kindheitsjahren gelegt, deshalb muss unser besonderes Augenmerk darauf liegen, frühkindliche Bildung und Förderung möglichst allen Kindern zur Verfügung zu stellen, damit nicht schon hier die ersten Kinder zurückbleiben.
konkretes Ziel
Welches konkrete bildungspolitische Ziel möchten Sie als Landtagsabgeordnete-r als erstes angehen und wie wollen Sie dieses Ziel erreichen?
- Neben dem Ausbau des Betreuungsangebotes für Kinder unter drei Jahren, das vorrangig zwischen dem Bund und den Kommunen ausgehandelt wird, wollen wir im Bereich der frühkindlichen Bildung die vorschulischen Sprachtests bereits auf das vierte Lebensjahr vorziehen, damit die Fördermaßnahmen früh genug beginnen können. Wir wollen außerdem den Orientierungsplan in der Hinsicht weiterentwickeln, dass wir überprüfbare Bildungsstandards festschreiben wollen. Schließlich muss auch die Aus- und Fortbildung des Personals in den Kindertageseinrichtungen weiter verbessert werden. Dafür soll die Arbeit des neu gegründeten Institutes für frühkindliche Bildung genutzt werden.
Ganztagsschule
Welche konkreten Schwierigkeiten sehen Sie zurzeit bei der Kooperation von (Ganztags)Schulen mit Jugendverbänden? Wie wollen Sie hier Abhilfe schaffen?
Wir sehen das Problem, dass durch die Ausgestaltung der Ganztagsschulen und das Nachmittagsangebot an den Schulen, die Jugendlichen immer weniger Zeit haben, sich ehrenamtlich in Jugendverbänden, Sportverbänden zu engagieren. Wir wollen deshalb die Ganztagsschulen weiterhin offen gestalten und das Nachmittagsangebot nicht verpflichtend einführen, damit Schülerinnen und Schüler auch weiterhin die Möglichkeit haben, sich nach der Schule in Verbänden und Vereinen zu engagieren.
Schritte gegen Kinderarmut
Welche konkreten Schritte gegen Kinderarmut in Niedersachsen wollen Sie daher als erstes in Angriff nehmen?
Im Vordergrund steht die Sicherung eines ausreichenden Einkommens für Familien aus einer Erwerbstätigkeit. Wir Liberale setzen auf das Bürgergeld, das Arbeitseinkommen mit Transfereinkommen kombiniert und dabei einen entsprechenden Zuschuss für Kinder vorsieht. Höchste Priorität hat außerdem Erleichterung einer Arbeitsaufnahme durch einen Ausbau der Kinderbetreuungsangebote und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Wir setzen auf eine Verbesserung der Bildungsvoraussetzungen und Qualifizierung, um eine Integration in die Arbeitswelt zu erleichtern und auf die Förderung benachteiligter Kinder (siehe auch nächste Frage). Essentielle Dinge, wie etwa Schulmaterialien, müssen durch eine schnelle und unbürokratische Unterstützung bezahlt werden können.
Besondere Förderung
Bei welcher Gruppe von „jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf” halten Sie eine stärkere Förderung für besonders notwendig? Wie sollte diese aussehen?
Besondere Förderung benötigen Kinder, die aufgrund ihrer familiären Situation benachteiligt sind. Gründe für eine Benachteiligung können u. a. Arbeitslosigkeit der Eltern, fehlende Vermittlung der deutschen Sprache im Elternhaus, Suchtverhalten und psychische Erkrankungen von Eltern, gewalttätige Familiensituationen, Überforderung von Eltern als Alleinerziehende oder sehr junge Eltern sein.
Die Förderung muss sehr frühzeitig ansetzen. Dazu zählt z. B. die Beratung und Unterstützung durch Familienhebammen, die Stärkung der Erziehungskompetenz von Eltern durch Angebote zur Elternbildung und familienbegleitende Hilfen. Wir setzen auf eine Steigerung der Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen durch ein koordiniertes Einladungswesen sowie Weiterentwicklung der Inhalte der Früherkennungsuntersuchungen und die Sprachförderung für Kinder im KiTa-Alter und deren Eltern. Die Koordinierung der Angebote für benachteiligte Kinder und Jugendliche von Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen, Jugendverbänden und Sportvereinen muss verbessert werden.