Das sind die 152 Abgeordneten

Vor der Landtagswahl haben wir alle Kandidat-inn-en gebeten, unsere Fragen zu den Themenfeldern "Bildung", "Jugendarbeit" und "soziale Gerechtigkeit" zu beantworten. Die Positionen der gewählten Abgeordneten könnt ihr hier nachlesen und per E-Mail in Kontakt zu ihnen treten!


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 Frank Oesterhelweg
(CDU-MdL)

Krumme Straße 9
38315 Werlaburgdorf

Wahlkreis
09 - Wolfenbüttel-Nord

Telefon
05335/6282

Fax
05335/6595

Website
www.frank-oesterhelweg.de

Telefon (geschäftlich)
05331/1672

Fax (geschäftlich)
05331/1535

Beruf
Diplomingenieur (FH)



Meine Positionen

Bedeutung der Jugendarbeit

Welche Rolle und Bedeutung schreiben Sie der Jugendarbeit in den kommenden Jahren zu? Wo sehen Sie besondere Herausforderungen für die Jugendarbeit?

Junge Menschen werden nicht nur in ihren Familien, im Kindergarten, in der Schule und im Rahmen der Berufsausbildung „geprägt“. Der Jugendarbeit kommt eine besondere Bedeutung zu, da junge Menschen dort Verantwortung übernehmen, sich selbst einbringen und ihr Leben selbst mit gestalten können.

Eine besondere Herausforderung der Jugendarbeit sehe ich darin, die Jugendlichen überhaupt zu erreichen, ihnen attraktive Angebote zu machen und die verschiedenen Gruppierungen einzubinden.

Anerkennung Ehrenamt

Wie wollen Sie das Ehrenamt in der Jugendarbeit zukünftig besonders anerkennen?

Instrumente wie die Jugendleiter-Card ( JuLeiCa ) und die zukünftig auch für Jugendarbeit vorgesehene „Ehrenamtskarte“ sind ein wichtiger Schritt, reichen aber nicht aus. Jugendliche und in der Jugendarbeit tätige Erwachsene müssen ernst genommen werden und erkennen, dass sie - und zwar regelmäßig - Zugang zu Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft generell haben und nicht nur „für den Papierkorb“ arbeiten.

Wer als Jugendlicher ehrenamtlich tätig ist, der sollte in Schule, im Studium und in der Ausbildung sowie auch im Beruf Vorteile bekommen gegenüber denjenigen, sich „sich nur bedienen lassen“.

Berührungspunkte

Welche Erfahrungen haben Sie persönlich in der Jugendarbeit (z.B. als Teilnehmer-in oder Jugendleiter-in)?

Ich habe gemeinsam mit Freunden einen politischen Jugendverband ( Junge Union ) in meiner Gemeinde gegründet und konnte dort als Vorsitzender eines aktiven Verbandes und später als JU-Kreisvorsitzender wichtige Erfahrungen sammeln. Außerdem habe ich mich im Vereinswesen engagiert.

Meine Erfahrung: Wer den Mund aufmacht, sich nicht gleich einschüchtern lässt und auch einmal gegen den Strom schwimmt, der wird auch ernst genommen. Sachliche und konsequente Arbeit zahlt sich aus und wird anerkannt. Es macht Freude, sich zu engagieren, etwas zu erreichen und auch gegen Widerstände durchzusetzen.

Herausforderungen für das Bildungssystem

Wo sehen Sie die zentralen Herausforderungen für das niedersächsische Bildungssystem?

Mangelnde Bildung ist das größte Armutsrisiko, gute Bildung öffnet viele Türen. Das Bildungssystem hat Chancengerechtigkeit zu schaffen und individuell zu fördern und zu fordern. Zugang zu Schulen und Universitäten darf nicht vom Geldbeutel oder Wohlwollen der Eltern abhängen. Wegen der mangelnden Kompetenz vieler Familien muss unser Bildungssystem noch stärker als zuvor Erziehungsaufgaben übernehmen sowie soziale und berufliche Kompetenz vermitteln; unser Bildungssystem muss lebensnäher werden und auf die wirklichen Herausforderungen des Lebens vorbereiten.

konkretes Ziel

Welches konkrete bildungspolitische Ziel möchten Sie als Landtagsabgeordnete-r als erstes angehen und wie wollen Sie dieses Ziel erreichen?

Ich weise auf die oben angesprochenen Herausforderungen hin, denen wir nachkommen müssen - nicht nacheinander, sondern gleichzeitig.

Ganztagsschule

Welche konkreten Schwierigkeiten sehen Sie zurzeit bei der Kooperation von (Ganztags)Schulen mit Jugendverbänden? Wie wollen Sie hier Abhilfe schaffen?

Problematisch ist, dass während der für die Schulen interessanten Tageszeiten viele in den Jugendverbänden tätige Menschen (ob ehren- oder hauptamtlich) anderweitig gebunden sind, bspw. durch eigene Ausbildung oder durch ihren Beruf.

Eventuell empfiehlt sich die Einstellung von bspw. Übungsleitern auf Teilzeitbasis, hier müssen Mittel bereitgestellt werden, ggf. aus Budgets der Schulen oder mit Unterstützung der Wirtschaft.
Wichtig ist, dass wir die jetzt eigenverantwortlichen Schulen gemeinsam mit den Verbänden hier Modelle entwickeln lassen, die sich vor Ort bewähren und die praxisnah sind - also nicht zu viele Vorgaben und Vorschriften!

Schritte gegen Kinderarmut

Welche konkreten Schritte gegen Kinderarmut in Niedersachsen wollen Sie daher als erstes in Angriff nehmen?

Steigende Kinderarmut ist auch ein Ergebnis der wirtschaftlichen Gesamtsituation und der oben angesprochenen Bildungsferne vieler Gruppen - mögliche Lösungen liegen also nicht nur im Bereich der Sozial-, sondern der Wirtschafts- und Bildungspolitik. Im Interesse der jetzt armen Kinder müssen wir sofort dafür sorgen, dass diese Zugang zu den Kindergärten bekommen - alle drei Kindergartenjahre werden wir in naher Zukunft für Eltern gebührenfrei stellen
(das letzte Jahr ist ab 1. August 2007 schon beitragsfrei).

Wir haben im Land Mittel bereitgestellt, um Kindern die Teilnahme am Mittagessen in Ganztagsschulen - das Ganztagsschulangebot muss breit ausgebaut werden - zu ermöglichen.

Über direkte Zahlungen an die Eltern lösen wir das Problem in vielen Fällen nicht, da die Mittel oft nicht bei den Kindern ankommen. Vielmehr sind direkte, also nicht handel- oder übertragbare Maßnahmen der richtige Weg. Bund, Länder und Gemeinden müssen hier gemeinsam handeln - ohne das ständige Kompetenzgerangel!
Ich persönlich habe über meine Kreistagsfraktion konkret einen Antrag im Wolfenbütteler Kreistag eingebracht, nach dem der Landkreis Wolfenbüttel einen Fonds auflegen soll, um bspw. Mittel für Schulspeisung, Lernmittel, Schülertransport etc. bereit zu stellen.

Besondere Förderung

Bei welcher Gruppe von „jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf” halten Sie eine stärkere Förderung für besonders notwendig? Wie sollte diese aussehen?

Wir müssen früh mit einer Förderung ansetzen, für besonders wichtig halte ich den Ausbau der Sprachförderung für deutsche und Migrantenkinder in Kindergärten und Schulen.

Junge Menschen haben aus meiner Sicht generell einen besonderen Förderbedarf, von Kindern im Bereich der Förderschulen bis hin zur Hochbegabtenförderung. Keine Gruppe darf benachteiligt werden, alle Kinder und Jugendlichen müssen individuell unterstützt und gefördert werden!