Das sind die 152 Abgeordneten

Vor der Landtagswahl haben wir alle Kandidat-inn-en gebeten, unsere Fragen zu den Themenfeldern "Bildung", "Jugendarbeit" und "soziale Gerechtigkeit" zu beantworten. Die Positionen der gewählten Abgeordneten könnt ihr hier nachlesen und per E-Mail in Kontakt zu ihnen treten!


Zurück zur Liste

 Matthias Nerlich
(CDU-MdL)

Zum Kötherbusch 3
38542 Leiferde

Wahlkreis
06 - Gifhorn-Süd

Telefon
05373/4123

Fax

Website
www.matthias-nerlich.de

Telefon (geschäftlich)
05371/989011 oder 05373/930885

Fax (geschäftlich)
05371/989013

Beruf
Dipl. Jurist



Meine Positionen

Bedeutung der Jugendarbeit

Welche Rolle und Bedeutung schreiben Sie der Jugendarbeit in den kommenden Jahren zu? Wo sehen Sie besondere Herausforderungen für die Jugendarbeit?

Die Jugendarbeit war und ist in vielerlei Hinsicht unverzichtbar: von der aktiven Freizeitgestaltung für Jugendliche über die Förderung der Eigenverantwortung bis hin zur Vermittlung sozialer Kompetenzen.
Die besondere Herausforderung besteht (gerade bei wachsender Mobilität) darin, Jugendliche zu motivieren, die vielfältigen Angebote anzunehmen und zu nutzen. Daher unterstütze ich die hervorragende Jugendarbeit von Vereinen und Verbänden vor Ort schon jetzt so gut ich kann.

Anerkennung Ehrenamt

Wie wollen Sie das Ehrenamt in der Jugendarbeit zukünftig besonders anerkennen?

Was an ehrenamtlichem Engagement täglich in unserem ganzen Land erbracht wird, ist im Grunde genommen unbezahlbar. Wie in allen Bereichen des Ehrenamts geht es den in der Jugendarbeit Engagierten in erster Linie nicht um Geld. Die dort erbrachten Leistungen und erworbenen Kompetenzen sollten zum Beispiel stärker in Zeugnisse einfließen, weil sie wichtige Vorteile im Berufsleben mit sich bringen. Besonderer ehrenamtlicher Einsatz könnte auch bei der Verteilung von Studienplätzen einfließen. In meiner Gemeinde arbeite ich bereits an einem Modell, bei dem ehrenamtliche Arbeit von Studenten besonders berücksichtigt werden kann.
Die Einführung der Ehrenamtskarte in Niedersachsen, die viele Vergünstigen mit sich bringt, habe ich als Anerkennung des ehrenamtlichen Einsatzes unterstützt. Ich mache mich daher dafür stark, dass die Ehrenamtskarte auch im Landkreis Gifhorn schnellstmöglich eingesetzt wird.

Berührungspunkte

Welche Erfahrungen haben Sie persönlich in der Jugendarbeit (z.B. als Teilnehmer-in oder Jugendleiter-in)?

Ich habe unter anderem Kirchenfreizeiten mitgestaltet und war auch in der Jugendarbeit des Sportvereins engagiert.

Herausforderungen für das Bildungssystem

Wo sehen Sie die zentralen Herausforderungen für das niedersächsische Bildungssystem?

Sowohl durch die bessere Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen als auch durch die Möglichkeit der flexiblen Einschulung wollen wir den Kindern in Niedersachsen optimale Bildungschancen bieten. Durch Stärkung des existierenden begabungsgerechten Schulsystems, den weiteren Ausbau von Ganztagsschulen und die Umsetzung der Eigenverantwortlichen Schule werden wir die Bildungsqualität sichern und weiter verbessern. Da, wo es Elternwille ist, werden wir neue Gesamtschulen errichten.
Desweiteren muss alles dafür getan werden, die Zahl der Schulabbrecher drastisch zu senken. Ohne Schulabschluss ist der berufliche Lebensweg in fast allen Fällen zum Scheitern verurteilt.

konkretes Ziel

Welches konkrete bildungspolitische Ziel möchten Sie als Landtagsabgeordnete-r als erstes angehen und wie wollen Sie dieses Ziel erreichen?

Wichtige Bildungsschritte werden schon in der Zeit vor der Schule gegangen. Deshalb möchte ich durch die stufenweise Einführung des beitragsfreien Kindergartens dafür sorgen, dass alle Kinder die Möglichkeit erhalten, eine Kindertagesstätte zu besuchen und an den frühkindlichen Fördermaßnahmen teilhaben zu können.
Auch in Zeiten zurückgehender Schülerzahlen soll die Anzahl der Lehrerinnen und Lehrer nicht zurückgehen, sondern auf gleichem Niveau bleiben, denn Klassengröße und Qualität des Unterrichts profitieren davon.

Ganztagsschule

Welche konkreten Schwierigkeiten sehen Sie zurzeit bei der Kooperation von (Ganztags)Schulen mit Jugendverbänden? Wie wollen Sie hier Abhilfe schaffen?

Ganztagsschulen einerseits und Verbände und Vereine auf der anderen Seite dürfen sich nicht als Konkurrenten um Kinder und Jugendliche sehen, sondern müssen sich als Partner verstehen. Bei gleichen Angeboten (zum Beispiel beim Sport) sollten Schule und Vereine daher eng kooperieren. Aus meiner Erfahrung vor Ort passiert das schon sehr intensiv und von Problemen ist mir derzeit nichts bekannt.

Schritte gegen Kinderarmut

Welche konkreten Schritte gegen Kinderarmut in Niedersachsen wollen Sie daher als erstes in Angriff nehmen?

Der wichtigste und beste Schritt gegen Kinderarmut ist, Eltern so in Arbeit zu bringen, dass sie über ein ausreichendes Einkommen verfügen. Eine aktive Politik, die Ausbildungs- und Arbeitsplätze schafft, ist mir daher wichtig.
Notwendig finde ich auch, das Betreuungsangebot (gerade für kleinere Kinder) so auszubauen, dass sich Familie und Beruf besser vereinbaren lassen. Mit dem beitragsfreien dritten Kindergartenjahr entlasten wir die Familien bereits. Ich setze mich dafür ein, dass in den nächsten Jahren schrittweise der gesamte Besuch der Kindertagesstätte beitragsfrei gestellt wird.
Ich möchte mich gemeinsam mit dem Land Niedersachsen und den Schulträgern dafür einsetzen, dass finanzielle Gründe kein Hindernis sein dürfen, dass Schülerinnen und Schüler am Schulessen teilhaben.

Besondere Förderung

Bei welcher Gruppe von „jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf” halten Sie eine stärkere Förderung für besonders notwendig? Wie sollte diese aussehen?

Besonders bei Kindern mit Migrationshintergrund ist es notwendig, über den weiteren Ausbau von Integrations- und Sprachkursen nachzudenken. Mit der Einführung der Sprachförderung in den Kindertagesstätten (zum Beispiel in Gifhorn) haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Dies sollten wir daher weiter ausbauen, denn gute Sprachkenntnisse sind unerlässlich und Voraussetzung, die angebotenen Bildungschancen auch weiter nutzen zu können.