Die Ergebnisse des Votings

Die detaillierte Auswertung unseres Votings.

Die Idee

Hier findet ihr alles über die Projektidee und deren Umsetzung.

Jugendkultur, Jugendpolitik und mediale Herausforderung

Eines stand für den Landesjugendring Niedersachsen e.V. bereits seit Langem fest: Im Vorfeld der niedersächsischen Kommunalwahl 2006 muss es wieder eine landesweite Aktion geben! Und auch viele örtliche Träger, die die „neXTvote – I vote”-Tour 2001 noch in guter Erinnerung hatten, fragten beim LJR an : „Macht ihr so eine Tour 2006 wieder?”

Doch schnell zeigte sich der Termin der Kommunalwahlen als Handicap: Gerade einmal 10 Tage nach dem Ende der Sommerferien sollten die Wahlen stattfinden, parallel zu den anderen Veranstaltungen der Jugendverbände und -ringe lässt sich eine solche Tour in den Ferien aber nicht realisieren. Vor den Ferien wäre die Wahl noch kein Thema und 10 Tage danach sind zu wenig Zeit.

Was also tun? Die Lösung lag auf der Hand: Wir arbeiten parallel! Die örtlichen Träger machen ihre Veranstaltungen möglichst alle an einem Tag und werden darin durch den Landesjugendring unterstützt: Durch eine übergreifende Öffentlichkeitsarbeit, durch eine inhaltliche Unterstützung, durch ein Vorbereitungsseminar und durch ein methodisches Setting, das ein Muster für die örtliche Veranstaltung bietet, aber zugleich Handlungsspielräume für eigene Ideen lässt.

Ein Online-Voting, das Jugendlichen die Möglichkeit bietet, ihren eigenen Wohnort zu bewerten und somit ihrem Wohnort und den Kommunalpolitiker-inne-n ein Zeugnis auszustellen, würde den entsprechenden Zündstoff für eine spannende Diskussion liefern.

Darüber hinaus sollte es einen gemeinsamen Rahmen geben und der Netzwerkcharakter eines solchen Projektes deutlich werden – im Brainstorming entstand dann eine Schnapsidee: Wir machen eine virtuelle Vernetzung der örtlichen Veranstaltungen, und spielen Live-Bilder aus den anderen Orten in eine zentrale Veranstaltung ein: Statements der kommunalen Ebene, Forderungen an Landespolitik und Thesen zu den Ergebnissen des Online-Votings. Doch kann so ein Vorhaben gelingen? Lässt sich ein solch technischer Aufwand überhaupt bewerkstelligen? Gibt es dafür in den einzelnen Orten und bei der zentralen Veranstaltung die notwendigen Voraussetzungen und das nötige Know-how?

Trotz dieser Bedenken wagten wir uns an das Projekt. Heute können wir mit etwas Stolz behaupten: Das Projekt ist gelungen, die technischen und organisatorischen Schwierigkeiten konnten gemeistert werden – doch mehr dazu auf den folgenden Seiten!

 

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Ziele

Mit neXTvote hat der Landesjugendring folgende Ziele verfolgt. Der Landesjugendring wollte

• junge Menschen dazu anzuregen, sich mit kommunalpolitischen und jugendpolitischen Fragestellungen kritisch auseinander zu setzen. Dafür ist es aus Sicht des LJRs notwendig, mit den politischen Fragestellungen unmittelbar an den Lebenswelten Jugendlicher anzuknüpfen und dadurch die Zusammenhänge von jugendlichen Wünschen und (Kommunal-)Politik zu verdeutlichen.

• den Forderungen von Jugendlichen und Jugendorganisationen im Vorfeld der Kommunalwahl ein Sprachrohr verschaffen, um jugendpolitische Forderungen öffentlich zu platzieren.

• Gelegenheiten für einen unmittelbaren Dialog zwischen jungen Menschen und Politiker-inne-n „auf gleicher Augenhöhe” schaffen.

• jungen Menschen Beteiligungsmöglichkeiten im Vorfeld der Kommunalwahl bieten.

• das Interesse an Politik und politischem Engagement bei jungen Menschen wecken.

• neue Medien als demokratisches Medium stärken und neue Ansätze der Kommunikation erproben.

• junge Menschen durch öffentliche Aktionen für die Teilnahme an Wahlen motivieren.

• die Qualifikation von ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter-inne-n der Kooperationspartner für die jugendpolitische Arbeit verbessern.

• Impulse für ein stärkeres jugendpolitisches Engagement von Trägern der Jugendarbeit geben.

• ein methodisches Setting zur Beteiligung junger Menschen rund um die Kommunalwahl anbieten, das von allen Trägern der Jugendarbeit unkompliziert eingesetzt und weiterverwendet werden kann.

 

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Projektskizze

Um diese Ziele zu erreichen, war neXTvote als landesweite Aktion angelegt und bestand aus verschiedenen Elementen. Wesentlich war bei der Projektentwicklung, eine Kampagne zu konzeptionieren, die es örtlichen Trägern der Jugendhilfe ermöglichte, mit unterschiedlicher Intensität an dem Projekt teilhaben zu können.

Dafür wurden zwei große Elemente entwickelt, die miteinander verknüpft waren. Das Online-Voting bot eine niedrigschwellige Beteiligungsmöglichkeit für alle Träger der Jugendarbeit, für eine intensivere Mitarbeit hatten örtliche Träger die Möglichkeit, sich als Veranstalter der örtlichen neXTvote-Events zu bewerben. 12 regionale Partner – überwiegend kommunale Jugendringe – stiegen intensiv in das Projekt mit ein.

Als Partner waren mit dabei: BdP Stamm Vaganten Aurich, Stadtjugendring Alfeld, Samtgemeindejugendring Bruchhausen-Vilsen, Stadtjugendring Bückeburg, Stadtjugendring Göttingen, Stadtjugendring Osnabrück, Runder Tisch Jugendarbeit Osterode/Harz, Stadtjugendring Schneverdingen, Stadtjugendring Uelzen, Stadt Wiesmoor, Stadtjugendring Wolfsburg und der Kreisjugendring Wolfenbüttel. 200 Ehrenamtliche haben zusammen etwa 3.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit in das Projekt investiert.

Als das Voting bereits lief, erreichten den LJR Anfragen von zahlreichen weiteren Trägern, die sich in das Projekt einbringen wollten. Dafür gab es das „Partnerschaftsprogramm”: Die Träger haben das Voting vor Ort platziert und in eigene Aktionen eingebunden – im Gegenzug dazu hatten sie die Möglichkeit, die Votingergebnisse ihres Ortes am 08.09.2006 vorab zu erhalten und bei eigenen Veranstaltungen einzubinden oder in der Öffentlichkeitsarbeit zu verwenden.

 

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Politik macht Spaß!

Politik muss nicht immer trocken und langweilig sein, muss nicht abgehoben in Parlamenten und Ausschüssen stattfinden, sondern kann auch in der Disko, im Kino, auf dem Marktplatz oder auf einem Festival stattfinden – das hat neXTvote bewiesen.

Die neXTvote-Veranstaltungen waren eine gelungene Mischung aus jugendgerechtem Polittalk und jugendkulturellem Programm – nimmt man alle 12 neXTvote-Veranstaltungen zusammen, sind 16 Bands aufgetreten: von der regionalen Nachwuchsband bis zur spanischen Erfolgs-SKA-Band „The Locos”.

Um dieses Ziel zu erreichen, gab es eine intensive gemeinsame Vorbereitung der Projektpartner: Ein Vorbereitungsseminar bot die Gelegenheit, Moderationserfahrung und -tricks auszutauschen, neue Dinge auszuprobieren und von den Impulsen der anderen zu profitieren. Ein Workshop, der sich gelohnt hat. So gab es z.B. in Uelzen eine Jury Jugendlicher, die den Politiker-inne-n für jede leere Worthülse eine „saure Zitrone” übergab, oder die Politiker-innen mussten sich in einem Rollenspiel in die Probleme Jugendlicher hineinversetzen.

Die Konzepte gingen auf: Die jugendlichen Gäste diskutierten interessiert mit, stellten provokante Fragen und machten deutlich, dass ihnen nicht egal ist, wie es mit ihrem Wohnort politisch weitergeht.

Insgesamt fanden 11 regionale neXTvote-Veranstaltungen statt, 9 davon am zentralen Aktionstag (08.09.2006), jeweils eine bereits am 02.09. bzw. 05.09.2006. Per Webcam bzw. Videomitschnitt waren diese regionalen Veranstaltungen mit der parallel dazu stattfindenden zentralen Veranstaltung verbunden. Insgesamt wurden die Veranstaltungen von über 4.500 Jugendlichen besucht, weit mehr waren in die Vorfeldaktionen involviert.

 

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Schaltzentrale: Hannover

Im Veranstaltungszentrum „Capitol” liefen am Abend des 08.09.2006 alle Leitungen zusammen, denn dorthin hatte der Landesjugendring zur landeszentralen Abschlussveranstaltung eingeladen. Der Polittalk mit Wolfgang Jüttner (SPD-Fraktionsvorsitzender im Landtag), Heidemarie Mundlos (Sozialpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion) und Ursula Helmhold (Sozialpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion) diskutierten in dem von Susanne Martin und Thomas Steinkamp moderierten Talk die Ergebnisse des Votings und die Forderungen aus den örtlichen Veranstaltungen an die Landespolitik.

Im Anschluss an den Talk wurde dann gefeiert: Zunächst heizte die Hannoversche All-Star-Formation „soon is now” bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt den rund 700 Fans im Capitol richtig ein, anschließend verwandelte sich bei der spanischen SKA-Band „The Locos” das ganze Capitol in eine Pogo-Tanzfläche. Und bevor dann noch DJ Goodnews zur Disco einlud, gab es noch ein (virtuelles) Feuerwerk: Der Jugendserver Niedersachsen wurde am 09.09.2006 1.000 Tage alt und auch das wurde im Rahmen von neXTvote entsprechend gewürdigt.

 

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Teste deine Stadt: „Jung und glücklich in Niedersachsen?"

Unter diesem Motto stand das größte Online-Voting, das es bislang in Niedersachsen für junge Menschen gegeben hat. Vom 01.07.2006 bis zum 08.09.2006 hatten Jugendliche aus ganz Niedersachsen die Möglichkeit, die Jugendfreundlichkeit ihres Wohnortes unter 16 verschiedenen Fragestellungen zu bewerten –mehr dazu im folgenden Kapitel.

 

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Weitreichende Medienpräsenz

Mit neXTvote ist es dem LJR gelungen, eine weitgehende Medienpräsenz zu erreichen. Als Medienpartner war N-JOY dabei, der mit Trailern das Voting beworben und in mehreren redaktionellen Beiträgen die Kampagne vorgestellt hat. Daneben berichtete das NDR-Fernsehen in „Hallo Niedersachsen” und das Sat1-Regionalfenster „17.30” über die Aktion. Zahlreiche offene Kanäle, wie z.B. „Radio Flora”, „Radio Okerwelle”, „radio aktiv” oder das Bürgerfernsehen „H1” berichteten ebenfalls.

Bei den überregionalen Zeitungen waren Artikel u.a. in der „Welt”, in der „Bild”, in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung” und in der „Braunschweiger Zeitung” zu finden. Außerdem berichteten zahlreiche Lokalausgaben über das Abschneiden der jeweiligen Region bei dem Voting bzw. über die Aktionen der Projektpartner vor Ort.

Für die zentrale Veranstaltung in Hannover waren mit „X-City-Medien” und www.rockszene.de zwei weitere Medienpartner mit im Boot, außerdem berichteten die 4 Stadtmagazine in ihren Septemberausgaben.

Um auch direkt Lehrer-innen zu erreichen, stand der LJR im Kontakt zum Kultusministerium und zu N21, des Weiteren informierte die GEW auf ihrer Webseite über das Projekt.

Das war noch nicht alles!

Die zentrale Projektplattform für das Projekt war www.neXTvote.de, auf dieser Webseite war nicht nur das Voting zu finden, sondern die Seite diente zugleich als Informationsportal. Interessierte Träger der Jugendarbeit und Lehrer-innen konnten dort einen Methodenpool mit zahlreichen Ideen und Arbeitsansätzen finden, wie die Kommunalwahl im Rahmen der Gruppenstunde, einer Freizeit oder im Zuge des Schulunterrichts jugendgerecht bearbeitet werden kann. Darüber hinaus gab es Informationen rund ums Wahlrecht, die sicherlich nicht nur für Erstwähler-innen interessant waren. Und schließlich positionierte sich der Landesjugendring mit jugendpolitischen Forderungen zur Kommunalwahl.

 

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