Die Ergebnisse des Votings

Die detaillierte Auswertung unseres Votings.

Das Voting

Zentrales Element von neXTvote war das Voting, dass wir im Folgenden genauer darstellen wollen.

Die Fragen

Die Fragen befassten sich mit kommunalpolitischen Handlungsfeldern und zeigten damit den Voting-Teilnehmer-inne-n auf, worum es bei der Kommunalwahl geht und wie stark sie in ihrer Lebenswelt von kommunalpolitischen Entscheidungen abhängig sind. Entwickelt wurden die Fragen gemeinsam mit den regionalen neXTvote-Partnern unter der Einbeziehung junger Menschen.

Das Voting bestand aus drei inhaltlichen Frageblöcken:

In dem Fragenblock „Freizeit und außerschulische Bildung” wurde in insgesamt 6 Fragen nach der Zufriedenheit mit den

• offenen Jugendtreffs,

• Angeboten der Jugendverbände und -gruppen,

• Sportangeboten der Vereine und der sportbezogenen Infrastruktur,

• Angeboten an Diskotheken, Konzerten, Kinos etc.,

• Fortbildungsangeboten wie Musikschule, Volkshochschule und Bibliothek,

• und mit dem Öffentlichen Personennahverkehr

gefragt.

Der zweite Frageblock befasste sich in zwei Fragestellungen mit der Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungen, die Fragen lauteten hier:

• Wie beurteilst du die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an kommunalpolitischen Entscheidungsprozessen (z.B. durch Jugendforen, projektbezogene Zukunfstwerkstätten, Jugendausschüsse und Ähnliches?

• Wie stark werden deine Wünsche und Interessen von den Politikerinnen und Politikern in der Kommune ernst genommen?

Und der dritte Themenbereich schließlich war die Schul-, Ausbildungs- und Arbeitsplatz-Situation, zu der es drei Fragen gab:

• Beurteilung der Ausbildungs- und Arbeitsplatzsituation im Ort

• Beurteilung, wie stark sich Kommunalpolitiker-innen um eine Verbesserung bemühen

• Versorgung, Situation und baulicher Zustand der Schulen

Neben diesen drei inhaltlichen Themenkomplexen befassten sich weitere Fragen mit der Jugendfreundlichkeit von Politiker-inne-n, der Jugendfreundlichkeit in der Schule und der „auf der Straße” (Mitmenschen). Zum Abschluss gab es dann noch zwei übergreifende Fragen:

• Wie gerne lebst du bei dir im Ort?

• Wie bewertest du die Kinder- und Jugendfreundlichkeit deiner Kommune insgesamt?

Während bei all diesen Fragen jeweils die Beantwortung mittels einer Schulnote erfolgte, gab es noch eine offene Frage, bei der die Teilnehmer-innen an dem Voting drei Wünsche formulieren konnten.

 

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Votings sind "in"

Votings sind ein Teil jugendlicher Lebenswelten, sie sind „in” und stoßen auf ein breites Interesse. Jugendliche haben Lust, ihre Meinung zu sagen und eine Stimme abzugeben – egal ob bei „Deutschland sucht den Superstar” oder bei zahlreichen Internetbefragungen. Daher bietet das Voting einen jugendgerechten Anknüpfungspunkt und spannt eine Brücke zwischen Jugendlichen und Politik.

 

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Das Voting als Partizipations-Methode

Das Voting ist vom LJR als Methode zur Beteiligung Jugendlicher in der Kommune entwickelt worden und wurde den kommunalen Trägern der Jugendarbeit als Baustein für deren Arbeit angeboten: Nicht nur die regionalen neXTvote-Partner sollten an dem Projekt teilhaben können, sondern alle Träger der Jugendarbeit.

Daher wurde das Voting durch entsprechendes PR-Material begleitet: Eine Broschüre informierte die Träger über das Projekt und enthielt Ideen für Aktionen, Voting-Karten mit „Login-Codes” konnten beim LJR ebenso kostenlos angefordert werden wie Plakate, und mit Musterpressemitteilungen konnte die Aktion schnell und einfach in der Regionalpresse platziert werden. Dadurch lag es in der Verantwortung der örtlichen Träger, Jugendliche aus der Region für eine Teilnahme an dem Voting zu begeistern und eine für die Region aussagekräftige Stimmenzahl zu erreichen.

Anspruch des Landesjugendrings war es nicht, das muss an dieser Stelle betont werden, eine repräsentative Befragung durchzuführen – mehr zur Repräsentativität findet sich zu Beginn der Ergebnis-Präsentation.

 

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Mit der Stimmabgabe ist die Methode nicht beendet

neXTvote ist aber mit der Beendigung des Votings nicht beendet! Denn Beteiligung ist mehr, als Jugendlichen n ur die Möglichkeit zu bieten, ihre Meinung zu sagen. Daher ist das Voting als erster Schritt zu sehen. Jetzt geht es darum, die Kommunalpolitiker-innen mit den Ergebnissen zu konfrontieren und in einen Dialog einzusteigen, an dem auch Jugendliche beteiligt werden sollten. Die regionalen Ergebnisse des Votings liefern zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine jugendpolitische Diskussion.

 

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So konnte gevoted werden

Im Mittelpunkt des Votings stand das Online-Voting auf der Webseite www.neXTvote.de. Um hier an dem Voting teilnehmen zu können, brauchten die Jugendlichen einen „Login-Code”, den sie entweder auf den Voting-Karten fanden oder der online auf der Webseite generiert werden konnte. Dadurch wurde verhindert, dass einzelne Jugendliche mehrmals an dem Voting teilnehmen konnten.

Neben dem Online-Voting gab es zwei weitere Möglichkeiten zur Teilnahme. Zum einen ein Offline-Voting-Modul, das den Betrieb des Votings auf PCs ohne Internetzugang ermöglichte, und zum Anderen einen „Briefwahlbogen”, so dass das Voting auch als Baustein bei Seminaren oder in Schulklassen eingesetzt werden konnte. Der Großteil der Stimmen wurde jedoch online abgegeben.

 

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Zielsetzung, Bewerbung und Beteiligung

Insgesamt haben sich an dem Voting 3.876 Personen beteiligt. Davon haben lediglich 8 Personen die Fragen offensichtlich falsch ausgefüllt – beispielsweise indem bei allen Fragen die Note „6” vergeben wurde. Diese Datensätze wurden bei der Auswertung nicht berücksichtigt. Der geringe Anteil der offensichtlich falsch ausgefüllten Datensätze und die durchdachten und konkreten Wünsche, die die Befragten bei der „offenen Frage” benannt haben, zeugen von der Ernsthaftigkeit, mit der das Voting von nahezu allen Beteiligten beantwortet wurde, und misst dem Ergebnis eine besondere Qualität zu: Die Ernsthaftigkeit, mit der die Jugendlichen den Fragebogen ausgefüllt haben, sollten nun auch Politiker-innen und die Vertreter-innen der Jugendverbände, -ringe und -pflegen an den Tag legen, wenn es darum geht, die Ergebnisse zu analysieren und in der politischen Arbeit zu berücksichtigen.

 

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Ist das Voting repräsentativ?

Bereits bei der Vorstellung des Votings wurde dargelegt, dass bei der Konzeptionierung und Durchführung des Votings kein Anspruch auf Repräsentativität gelegt wurde. Für repräsentative Erhebungen gelten strenge Kriterien, wie z.B., dass es nur einen Zugangsweg zur Befragung (z.B. nur Internet, nur Telefon,...) geben darf, dass der Umfrageveranstalter im Vorfeld die Teilnehmer-innen auswählt und dass gewährleistet sein muss, dass jede Person nur einmal teilnimmt.

Diese Kriterien hätten den Ansprüchen des LJRs an das Beteiligungsmodell widersprochen – schließlich sollte theoretisch jede-r Jugendliche die Möglichkeit haben, an dem Voting teilzunehmen.

Die Größe der Stichprobe von fast 4.000 Befragten auf Landesebene kompensiert jedoch diese Mängel hinsichtlich der Repräsentativität, wenn man das ganze Land betrachtet. Zum Vergleich: Auf Bundesebene gelten bereits Erhebungen mit 1.000 Befragten als repräsentativ. Für einzelne Landkreise bzw. Orte erfolgt eine Auswertung dann, wenn mehr als 30 Datensätze aus der jeweiligen Region vorliegen.

 

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Die Bewerbung und die Folgen

Eine Bewerbung des Votings fand u.a. statt durch: Jugendverbände, -ringe, -initiativen und -pflegen, Schulen, N-JOY-Trailer, Presse/Zeitung, Newsletter div. Träger, Jugendorganisationen der Parteien und Anschreiben an Multiplikator-inn-en ( wie z.B. Lehrer-innen,...)

Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen,

• dass vor allem Jugendliche erreicht wurden, die regelmäßig an den Angeboten der Jugendarbeit teilnehmen,

• dass der Zugang zu der Befragung, der vor allem über das Internet stattfand, für finanziell schwächere Jugendliche erschwert war.

Dadurch, dass es keine Verpflichtung und kein offensives Werben um die Teilnahme an der Erhebung gab (z.B. Telefoninterviews), haben vor allem junge Menschen an dem Voting teilgenommen, die von sich aus ein gewisses Interesse an Jugend- und Kommunalpolitik haben. Dies wurde jedoch tlw. dadurch ausgeglichen, dass das Voting auch im Unterricht eingesetzt wurde und somit ganze Klassen erreicht wurden.

Darüber hinaus ist festzuhalten:

• An der Befragung haben vor allem interessierte Jugendliche teilgenommen. Resignierte Jugendliche, die gar kein Interesse an Politik haben, werden nur marginal teilgenommen haben. Daher dürfte die Einschätzung noch besser ausfallen, als dies anderenfalls der Fall wäre.

• Die Hemmschwelle von der Information über die Befragung bis zur Teilnahme war recht hoch und setzte Eigeninitiative voraus, wenn sie nicht in Schulen im Unterricht durchgeführt wurde.

• Für die Einschätzung der kommunalen Situation ergibt sich daraus, dass es sich um durchdachte Antworten handelt, die eine hohe Aussagekraft besitzen, und nicht um „Proteststimmen”.

 

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Die Struktur der Befragten

Die Gruppe der Befragten lässt sich anhand von vier Eigenschaften beschreiben: Alter, Geschlecht, ehrenamtliches Engagement und Wohnort.

Der überwiegende Teil der Befragten ist zwischen 13 und 27 Jahren alt – lediglich 8% der Teilnehmer-innen waren jünger und 4,5% waren älter. Der Gruppe der 13- bis 17-Jährigen gehören mit 62,7% fast zwei Drittel der jungen Menschen an.

35,4% geben an, ehrenamtlich in der Jugendarbeit engagiert zu sein. Der Anteil der ehrenamtlich Engagierten steigt mit zunehmendem Alter an – sind unter den 13- bis 17-Jährigen 27,2% ehrenamtlich tätig, sind es bei den 18- bis 27-Jährigen 56,2%. Ursächlich dafür scheint vor allem die Herangehensweise und die Art der Bewerbung des Votings zu sein. Da es zwischen den verschiedenen Altersgruppen der Voting-Teilnehmer-innen keine signifikant unterschiedlichen Bewertungen gab, wird das Alter der Teilnehmer-innen in der Auswertung des Votings keine Rolle spielen.

Der Anteil der weiblichen Befragten liegt auf die Gesamtgruppe bezogen bei 49,9%, unter den 13- bis 17-Jährigen beträgt ihr Anteil 52,2%.

Abschließend ein paar Informationen zum Wohnort der Teilnehmer-innen. 66,5% der Befragten leben im ländlichen Raum, 7,3% in Stadtregionen und 25,1% in den Verdichtungsräumen der Großstädte. Hinsichtlich der Herkunft aus den verschiedenen (zwischenzeitlich aufgelösten) Bezirksregierungen ergibt sich folgendes Bild: 20,7% kommen aus dem Bezirk Braunschweig, 20,5% aus dem Bezirk Hannover, aus dem Bezirk Lüneburg kommen 16,8% der Votings und der verbleibende Anteil von 40,9% stammt aus Weser-Ems.